Lithops gehen ein, ich bin am Verzweifeln

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Nachtvogel92
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Lithops gehen ein, ich bin am Verzweifeln

Beitrag von Nachtvogel92 » 1. Dezember 2014, 19:06

Hallo,

diesen Sommer hab ich mir nach langer Zeit mal wieder Lithops besorgt. Ich hatte mal welche, als ich ein Kind war - leider haben sie nicht allzu lange überlebt, also hab ich mich erst mal über die Haltung schlau gemacht. Leider lief es nicht ganz so toll. Sie waren nach kurzer Zeit von kleinen weißen Punkten befallen - vermutlich Schildläuse - und haben angefangen, wegzusterben. Also hab ich sie erst einmal umgetopft, in Kakteenerde und mit Brennspiritus bepinselt. Eine Weile hat es funktioniert, bis etwa vor einem Monat. Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Gieße ich nicht, schrumpeln sie. Gieße ich, gehen sie trotzdem ein. Und die Schädlinge (?) sind auch noch nicht weg. Ein paar Pflänzchen sind noch übrig, ich hoffe, ich kann sie mit eurer Hilfe retten. Außerdem hab ich mir, um meinen nun fast leeren Topf wieder aufzufüllen, ein paar neue geholt. Nun bin ich leicht verwirrt... ein paar der neuen Lithops sind im Begriff, sich zu teilen. Soll ich sie zu den anderen setzen, oder erst mal in ihrem Töpfchen lassen? Eigentlich sollte man gesunde Pflanzen bestimmt nicht zu kranken setzen, oder? Gießen oder nicht? Ich habe auch gelesen, man sollte die Pflanzen im Winter kühl stellen. Leider habe ich weder einen Speicher, noch einen Keller und hell sollen sie ja auch stehen... Ich hoffe, ihr könnt mir helfen...

Liebe Grüße

Kathi

schlurf
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Re: Lithops gehen ein, ich bin am Verzweifeln

Beitrag von schlurf » 1. Dezember 2014, 22:47

1. Wasser ist jetzt ein absolutes Tabu!
2. Hell ist gut, kühl ist wichtiger.
3. Das "Schrumpeln" ist normal, auch bei mir ziehen die ersten die alten Loben schon ein.
4. Das Teilen bedeutet nur, dass die neuen Loben nach außen drängen.
5. Bevor die alten Loben komplett trocken sind gibt es kein Wasser - vor März/April - witterungsabhängig - sowieso nicht!
6. "weiße Flecken" - da wäre ein Bild gut.
7. Schädlinge sind im Winter schwer zu bekämpfen - sollten es tatsächlich Schildläuse sein - hatte ich an Lithops seit 40 Jahren noch nicht - hilft Weißöl.
8. Dass man gesunde Pflanzen nicht zu kranken setzt, versteht sich eigentlich von selbst.
9. Gekaufte Pflanzen sind mastig, auch ich specke so was erst mal ein Jahr lang ab - in der Regel sind sie anschließend noch halb so groß. In der Zeit sind die Ausfälle relativ hoch, ohne Abmagerung das langfristige Überleben eher unwahrscheinlich.

Hoffe, das war nicht zu "direkt" :lol:
Wenn Du evtl. im Frühjahr "harte" Pflanzen willst, kannst Du Dich bei mir melden.
Meine Kakteen haben keine Stacheln!

Gruß
Schlurf

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Re: Lithops gehen ein, ich bin am Verzweifeln

Beitrag von Nachtvogel92 » 1. Dezember 2014, 23:42

Danke erst einmal

Also, Bilder... ich hoffe, das klappt...
Das hier sind die Patienten:

Bild

Und das hier sind die vermutlichen Schildläuse (ein besseres Bild kriege ich mit meinem iPhone leider nicht hin):
Bild
Bild

Und das hier sind die Neuen. Die beginnen nicht nur, neue Blätter zu bilden, die haben die neuen Blätter schon gebildet. Ist das nicht ein bisschen früh, Anfang Dezember?
Bild

Dann werde ich mal schauen, ob sich irgendwo ein kühles Plätzchen finden lässt. Wirklich GAR NICHT gießen?

Liebe Grüße

Kathi

schlurf
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Re: Lithops gehen ein, ich bin am Verzweifeln

Beitrag von schlurf » 2. Dezember 2014, 00:52

Exakt: Gar nicht!!!!!!
Das sind ja wohl echt Schildläuse :shock:
Ganz ehrlich: wenn Du keine Erfahrung mit Schädlingsbekämpfung hast (chemische Keule) schmeiß die kranken Pflanzen weg, bevor die noch Deine gesamten Zimmerpflanzen infizieren. Das Zeug ist echt hartnäckig.

Die neuen Pflanzen (Lithops fulviceps): austopfen, vereinzeln, abtrocknen lassen, aktuelles Substrat weitgehend entfernen, in trockenes, vorwiegend mineralisches Substrat eintopfen und - nochmal - nicht gießen!!!!
Die Körper werden welken, das ist so OK!
Zur Substratzusammensetzung findest Du hier im Forum einige Infos.
Meine Kakteen haben keine Stacheln!

Gruß
Schlurf

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Re: Lithops gehen ein, ich bin am Verzweifeln

Beitrag von Nachtvogel92 » 2. Dezember 2014, 12:58

Also Schildläuse - allerdings eine größere Art mit braunen Schilden - kenne ich vor allem von den Orleandern meines Vaters. Die bekämpft er mit einem Gemisch aus Schmierseife und Spiritus. Alledings weiß ich nicht, ob Lithops das Zeug auch vertragen. Ich hab auch Sorgen, dass die kleinen Biester sich nicht auf den einen Topf beschränken werden, bei den Orleandern heißt es auch alle Jahre wieder Schildläuse jagen, aber es tut mir schon irgendwie leid, die Lithops einfach wegzuwerfen.
Zu dem Substrat, ich habe jetzt gelesen, Kakteenerde ist nicht so toll. Dann werde ich mir wohl mal Bimskies bestellen und die Pflänzchen dann umtopfen.

Liebe Grüße
Kathi

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Re: Lithops gehen ein, ich bin am Verzweifeln

Beitrag von schlurf » 2. Dezember 2014, 17:51

Bimskies, Sand, etwas Perlite (muss nicht sein), wenn möglich etwas Kalksteinverwitterungserde und 10% Torf oder Blumenerde.
Mir kommt da ein Gedanke - ohne Gewähr!

Die Lithops mögen jetzt kein Wasser, also birgt auch eine Spritzmittellösung Gefahren.
Absolut tödlich wäre ein Spiritusbad - aber das könnte osmosebedingt zu einer starken Austrockung der Pflanzen führen - keine Ahnung.
Mach' doch mal zwei Testgruppen, wenn Dir die Pflanzen leid tun:
ausgraben und eine
- in Pflanzenöl stellen,
- eine in Spiritus
jeweils kopfüber und die Wurzeln nach oben in der Luft lassen.
Nein - ich will Dich wirklich nicht auf den Arm nehmen, es ist nur ein Versuch und vielleicht kannst Du tatsächlich die Pflanzen so retten.
Meine Kakteen haben keine Stacheln!

Gruß
Schlurf

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Re: Lithops gehen ein, ich bin am Verzweifeln

Beitrag von astrolobe » 2. Dezember 2014, 21:39

ganz so rabiat würde ich nicht sein, aber ich würde sie austopfen die wurzeln auf 1cm kürzen und die Pflanzen mit der Zahnbürste schrubben (in der Werbung machen sie das auch mit Tomaten :-). Danach auf der Heizung trocknen lassen und dann kühl liegenlassen. Bei 10-15C halten die das bis zum Frühling aus. Wenn nicht, hätte Eintopfen auch nicht geholfen.

Viel Erfolg!
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Re: Lithops gehen ein, ich bin am Verzweifeln

Beitrag von K.W. » 3. Dezember 2014, 01:42

Guten Morgen Kathi,

wahrscheinlich mache ich mich jetzt sehr unbeliebt - aber das muss ich aushalten. . .

Entsorge die armen Pflänzchen, die leiden schon genug.

Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. (wobei das Ende mit Sicherheit auch ohne aktives Handeln sehr bald kommen wird. . .)


Allerbeste Grüße

K.W.
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Re: Lithops gehen ein, ich bin am Verzweifeln

Beitrag von schlurf » 3. Dezember 2014, 10:23

Wenn ich so gehandelt hätte, wäre ich heute nicht Besitzer einer sehr schönen Zitruspflanze!
Die habe ich letztes Frühjahr voller Schildläuse und Weißer Fliege (darum spottbillig) gekauft. Dank chemischer Keule und Weißöl hat sie es geschafft - hat aber fast ein Jahr gemeckert ...
Aktuell steht sie in voller Blüte und hat aus der ersten Blüte im Sommer 2 Früchte angesetzt - ist anscheinend eine der wirklich großfrüchtigen, leider duftet sie nicht..
Meine Kakteen haben keine Stacheln!

Gruß
Schlurf

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Re: Lithops gehen ein, ich bin am Verzweifeln

Beitrag von K.W. » 3. Dezember 2014, 11:35

schlurf hat geschrieben:Wenn ich so gehandelt hätte, wäre ich heute nicht Besitzer einer sehr schönen Zitruspflanze!
Die habe ich letztes Frühjahr voller Schildläuse und Weißer Fliege (darum spottbillig) gekauft. Dank chemischer Keule und Weißöl hat sie es geschafft - hat aber fast ein Jahr gemeckert ...
Aktuell steht sie in voller Blüte und hat aus der ersten Blüte im Sommer 2 Früchte angesetzt - ist anscheinend eine der wirklich großfrüchtigen, leider duftet sie nicht..
Wir sprachen zuletzt über diese bedauernswerten Kerlchen;
106853228763806jwbi2lahe.jpg
106853228763806jwbi2lahe.jpg (116.52 KiB) 1580 mal betrachtet
Ein Jahr "Chemische Keule" und Weißöl. . .
Na ja, dann schauen wir mal. . .


Beste Grüße

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Re: Lithops gehen ein, ich bin am Verzweifeln

Beitrag von schlurf » 3. Dezember 2014, 12:55

:wink: :lol:
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Gruß
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