Sämlingspfropfung auf Pereskiopsis Vorgangsbeschreibung

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Astrophytum
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Sämlingspfropfung auf Pereskiopsis Vorgangsbeschreibung

Beitrag von Astrophytum » 22. März 2007, 13:47

Sämlingspfropfung genaue Vorgehensweise.
Auf den ersten Bild zu sehen alles was benötigt wird um erfogreich auf Pereskiopsis zu pfropfen.
1. Minigewächshaus.
2. Seramiseinlage um eine gleichmässige Feuchtigkeitsverteilung im GW zu erhalten.
3. Rasierkilnge oder sehr scharfes Messer(Skalpell).
4. Thermometer.
5. Desinfekionsmittel.
6. Wärmematten die für Terrarien angeboten werden sollten möglichst wasserdich sein.
Die Unterlage (Pereskiopsis) sollte möglichst frisch gewachsen sein also keine Pflanze die gerade erst überwintert wurde!
Ich verwende 5er Töpfchen in die ich bis zu 6 Pflanzen stelle um Platz zu sparen. Zu sehen auf den ersten Bild die Pereskiopsis haben das Töpfchen durchwurzelt und sind in die Seramiseinlage eingewachsen.
Zum Pfropfen verwende ich Pflanzen die mindestens 6cm gross sind! Es geht auch auf kleineren aber hier habe ich Abstand genommen da die Wachstumsrate bei grösseren doch viel besser ist.
Die Teperatur im inneren schwankt von 30-35 Grad am Tag und 20 Grad Nachts. Auf hohe Temperaturen sollte meiner Meinung nach geachtet werden.
Die Luftfeuchtigkeit beträgt nahezu 100% manchmal sind die frisch gepfropften Sämlinge mit feinem Wassertröpfchen benetzt , das hatte sich aber bei mir noch nicht negativ ausgewirkt.
Bild

Das Zweite Bild zeigt die Unterlage und der Schnitt für die Pfropfung, den ich immer möglichst hoch ansetze um in frisches Pflanzengewebe zu schneiden. Die Zellen der Pflanze sind hier noch sehr aktiv und verwachsen besser bei Schnitten die sehr hoch an der Pflanze ausgeführt wurden.
Zum Schnitt: Ich setzte die Klinge etwa in ihrer Mitte an und ziehe sie dann nach hinten ab, dabei sollte die Pflanze mit einem einzigen Schnitt geköpft werden. Wichtig dabei ist das das Pflanzengewebe nicht gequetscht wird, das man an Farbveränderungen am Stiel leicht erkennen kann.
Das Messer sollte nach jedem schnitt desinfiziert(Spiritus oder Desinfekionsmittel) werden kann aber auch für mehrere schnitte genutzt werden wenn sie in kurzer Zeit hintereinander ausgeführt werden.
Die abgschnittene Spitze kann selbstverständlich wiederbewurzelt werden und nach einiger Zeit zum pfropfen verwendet werden.
Bild

Das dritte Bild zeigt nun den Sämling der einige Tage alt sein sollte er kann aber schon einige Monate alt sein.
Der Schnitt hier liegt im unteren Drittel und kann bis mittig im Sämling vorgenommen werden, auch hier gilt mit einem einzigen Schnitt ziehend und nicht quetschend schneiden!

Bild

Im vierten Bild kann man sehen wie der Sämling und sie Unterlage zusammengefügt werden und nur mit einen Finger auf die Unterlage gedrückt wird, das ist völlig ausreichend!
Ich schneide immer einen Sämling und dann gleich die Unterlage und füge beide sofort zusammen.
Eine zusätzliche Beschwerung bringt keine höhere Anwachsrate die bei mir sowieso über 90% liegt und eine zusätzliche Beschwerung zudem den Vorgang unnötig verkompliziert!!
Bild

Ich hoffe das der Vorgang des pfropfens hier nun gut beschrieben wurde und viele neue Anhänger findet.
Die günstigsten Monate für eine Sämlingspfropfung sind von Mai bis Ende September da gelingt die Pfropfung meist ohne Technische Hilfsmittel wie Heizmatten und Zusatzbeleuchtung, voraussetzung ist natürlich das die Temperaturen über 25 Grad liegen darunter sollte nicht gepfropft werden.
Mit Heizmatten und Beleuchtung kann das ganze Jahr mit Erfolg gepfropft werden.
Das Substrat für die Perskiopsis besteht bei mir aus 60-80% aus Lava(Winterstreugut) und der Rest ist gute Blumenerde (Compo sana).
Die Unterlage kann gut ernährt werden mit Flüssigdünger.
Vorsicht bei zu niedrigen Temperaturen(unter 10Grad) und nassem Substrat neigt die Pereskiopsis zum faulen, wenn das beobachtet wird sofort die Pereskiopsis über der faulen Stelle abschneiden und neu bewurzeln lassen!!
Das Abfaulen der Unterlage wurde bei mir nur bei sehr frischen Stecklingen beobachtet und auch nur wenn die Pflanzen zu kühl und zu nass stehen!!!!!
Ist die Pflanze(Pereskiosissteckling) einmal ein halbes Jahr alt hatt sich das Pflanzengewebe durch Alterrung wahrscheinlich gefestigt und wird insgesammt wiederstandsfähiger.
Die Wachstumsrate bei dieser Vermehrungsmethode ist ausserordetlich gut aber der Hauptgrund für eine Pfropfung auf Pereskiopsis liegt in ihrer leichten Vermehrung!!!!
Ein Steckling bewurzelt meist inerhalb einer Woche und in wenigen Wochen ist sie Pfopfbereit. Das kann keine andere Unterlage bieten.
Die Pfröflinge verbleiben 1-3 Jahre auf der Unterlage und werden dann abgeschnitten und wiederbewurzelt oder Umgepfropft auf vorzugsweise Trichocereus pachanoi.
Für Fragen stehe ich gerne bereit und können per PN an mich gestellt werden oder wenns passt bei meinem anderen Beitrag, Sämlingspfropfung auf Pereskiopsis.
Eine gewisse Übung gehört schon dazu aber nach einigen Versuchen gelingt es bestimmt bei jedem.
Dies hier sollte nur eine Vorgangsbeschreibung darstellen und deshalb bitte ich Thomas/Sammy den Beitrag zu sperren.
Mfg.Heinz

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