Kakteen und Sukkulenten propfen

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testseed
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Kakteen und Sukkulenten propfen

Beitrag von testseed » 30. Dezember 2008, 19:07

Das Thema propfen begeistert die einen, die anderen wenden sich bei diesem Thema ab.
Ich bin gerade dabei möglichst viele Informationen über das propfen zu sammeln.
Mich interessieren vor allem ungewöhnliche Unterlagen und Propfmethoden.
Ich habe selbst schon auf Matucana gepropft.
Das propfen auf Ferocactus scheint auch weiter verbreitet zu sein.
Weihnachtskakteen auf Selenicereus gepropft ergibt ein schönes Bäumchen.
Wer hat schon längere Zeit(5-6 Jahre) propfungen auf Gliedern von winterharten Opuntien und wie gedeihen diese.

Auch bei den anderen Sukkulenten gibt es sicherlichen Unterlagen die noch nicht allgemein bekannt sind.
Das wird nicht nur mich sondern auch andere Forummitglieder interessieren.

Natürlich ist auch interessant zu welcher Zeit gepropft wird. Unter welchen
Bedingungen. Vielleicht schaut ja auch jemand auf die Mondphasen.

Jetzt will ich aber allen einen guten Rutsch und Start ins Jahr 2009 wünschen.

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Beitrag von Arzberger » 30. Dezember 2008, 23:25

Hallo testseed,

ebenfalls einen Guten Rutsch!

Ich bin ein grosser Pfropf-Fan und probiere ständig neue Unterlagen und Methoden, aber so mit der Zeit kristallisieren sich ein paar wenige Methoden heraus, die unter meinen Bedingungen am besten funktionieren.
Das wäre erst mal:
1. Mittlere Sämlinge oder Sprossen jeglicher Art und Gattung: Selenicereus pteranthus und grandiflorus.
2. Sehr kleine Sämlinge: Pereskiopsis.
3. Grössere Sprossen oder empfindliche Arten mit zu grossem Durchmesser für Selenis: Echinopsis.

Neuerdings mache ich viele Versuche mit Opuntien, mit sehr guten Resultaten und ein paar Hochpfrungen auf Cereus stenogonus.

Ich werde mal ein paar neuere Fotos machen...

Viele Grüsse
Alex

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Beitrag von Thomas G. » 31. Dezember 2008, 12:53

Hallo testseed,

Feros als Unterlage zu benutzen finde ich sehr ungewöhnlich. Was bringt das denn, die gehören ja nicht eben zu den besonders wuchsfreudigen Kakteen. Hast du da selber Erfahrungen damit gemacht ?

Ich selber benutze ausser den von Alex genannten Klassikern, gerne Tricho pachanoi und Eriocereus jusbertii.

Sehr gut eignen sich auch junge (etwa einjährige) Tricho-Hybriden, besonders für Areolenpfrofungen haben die sich bei mir sehr bewährt.

Viele Grüße

Thomas

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Beitrag von Arzberger » 31. Dezember 2008, 14:24

Interessant fand ich einen Artikel in einer alten KuaS, wo man als Pfropfunterlage Setiechinopsis empfahl, was die Blühfreudigkeit enorm steigern soll. Probiert habe ich das noch nicht.

Kurios finde ich auch die von Russen praktizierte Doppelpfropfung: Pereskiopsis auf Opuntia ficus-indica und nachdem die Pereskiopsis einen Meter erreicht, obendrauf irgendeinen Sämling. Das Wachstum soll doppelt so schnell sein, wie bei einer normalen Pfropfung auf Pereskiopsis!

Viele Grüsse
Alex

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Beitrag von Andi » 2. Januar 2009, 12:38

Hallo zusammen,
Ich pfropfe mittlerweile alles, ausser Sämligen, auf Ferocactus glaucescens. Das Anwuchsverhalten der Pfröpflinge ist auf dieser Unterlage extrem gut, es gelingt beinahe alles. Auch der Zuwachs auf den Feros ist nicht schlecht, wenn die Pflanzen entsprechend gewässert und gedüngt werden.
Als weiteren Vorteil sehe ich die geringe Höhe der Feros, mit der Zeit kann diese Unterlage abgesenkt werden, um einen Habitus ähnlich wurzelechten Pflanzen zu erreichen.

Meist kaufe ich holländische "Torf-Feros", schneide diese ab, um sie neu zu bewurzeln. Dies klappt problemlos und recht schnell. Mit dem Enttorfen habe ich bei Ferocactus glaucescens nicht so gute Erfahrungen gemacht.

Wichtig ist das gute anschrägen der Unterlage, da sich gelegentlich das Zentrum der Schnittstelle senkt. Dies passiert vor allem bei stark getriebenen Unterlagen, bei den neu bewurzelten Feros kommt dieses Problem seltener vor.

Sämlinge pfropfe ich auf Selenicereus. Dabei habe ich ach versuchsweise einen Stumpf Selenicereus an den Pfröpflingen belassen und sie so neu bewurzelt. Das Ergebnis dabei war nicht überzeugend, ich hatte einiges an Ausfall. Das liegt aber vermutlich daran, dass ich die Sämlingspropfungen auf Selenicereus unter Kunstlicht mit viel Wärme so richtig treibe. Vermutlich wird dadurch die Unterlage anfällig.

Mittlerweile lasse ich die Sämlinge ca. 1 Jahr auf den Selenis und pfropfe dann auf Feros um.
Gruss
Andi

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Propfen auf Ferocacteen

Beitrag von testseed » 3. Januar 2009, 22:58

Ich bin auf die Ferocacteen als Propfunterlage erst gekommen, als ich mir vor 2 Jahren zwei Digitostygma gepropft auf Ferocactus glaucescens gepropft gekauft habe.
Wo kann man denn günstig Ferocactus glaucescens bekommen.
Mit der Aussaat habe ich nicht soviel erfolg gehabt, was aber vielleicht auch an den Samen gelegen hat.

Das mit der Setiechinopsis werde ich einmal ausprobieren.
Ich habe reichlich Samen davon.
Wichtig ist nur eine ausreichende Nähstoffversorgung und viel Wasser im Sommer.

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Beitrag von poldi » 3. Januar 2009, 23:31

Hallo

Ich pfropfe (zu Versuchszwecken) Sämlinge im Sommer, üblicherweise auf Selenicereus und letztes Jahr erstmalig auf Echinopsis-Sämlinge.
Ist es Zufall oder nicht, aber mir sind viele Sämlinge (durch Trauermuckis?) eingegangen, aber keine Echinopsen.
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Beitrag von Arzberger » 8. Januar 2009, 13:06

Hier mal ein Experiment, das zum Thema passt:

Bild
Platzsparende Mehrfachpfropfung auf Opuntia ficus indica
Bin gespannt, ob alle anwachsen...

Viele Grüsse
Alex

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Beitrag von Thomas G. » 8. Januar 2009, 13:23

Sieht sehr interessant aus, Alex. Was hast du denn da gepfropft ?

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Beitrag von Arzberger » 8. Januar 2009, 14:32

Das sind Sämlinge von asterias-Hybriden. Diese wachsen eigentlich recht gut auf Opuntien.

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Beitrag von Thomas G. » 11. Januar 2009, 12:09

Hallo Alex,

ja jetzt wo due es geschrieben hast erkenne ich auch, dass es Astrophyten sind :D Ich bin gespannt was dabei rauskommt, die sehen ja sehr unterschiedlich aus.

Hallo Poldi,

sorry, dass ich dir jetzt erst antworte, aber ich hatte dein Post überlesen.
was den Appetit von Trauermücken auf kleine Echinopsen angeht, habe ich leider andere Erfahrungen gemacht. Generell kann man nicht sagen, dass sie die nicht anfressen. Das war wohl eher Zufall, sonst hätte ich hier nicht so viele Mücken ;)

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Beitrag von poldi » 11. Januar 2009, 14:42

Na wenn das so ist, hatte ich vielleicht keine Trauermuckis oder schmeckten die anderen einfach besser :roll:
---

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Beitrag von testseed » 18. Januar 2009, 16:43

Trauermücken sind nur ein Problem bei torfhaltigen Substraten. Der feuchte Torf ist eine ideale Stelle um die Eier abzulegen. Bei Echinopsen hat das meist nur Auswirkungen, wenn diese in Massen auftreten. Andere Kakteen sind dagegen empfindlicher gegen den Fraß der Trauermückenlarven. Schon ein kleiner Einstich kann zu einem Verlust führen.
Daher sollte man die Sammlung möglichst frei von Trauermücken halten.

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Re: Kakteen und Sukkulenten propfen

Beitrag von Ingrid » 25. Januar 2009, 12:23

Also, das Thema Pfropfen finde ich ja immer interessanter, je mehr ich darüber lese oder sehe.
Wenn ich das "früher" schon gewusst hätte, wäre ich vielleicht bei meiner Pedio-Aussaat "mutiger" gewesen, und die Kleinen wären letztendlich doch nicht eingegangen.
Vielleicht werde ich aus meiner letztjährigen Ariocarpus-Aussaat ein paar Kandidaten auswählen, welche Unterlage wäre denn in der Konstellation Ariocarpus-Sämling -- Pfropf-Neuling am besten ...?

Grundsätzlich würde mich noch interessieren, ob ich das bisher richtig verstanden habe, dass die meisten von euch
die gepfropften Pflanzen für immer gepfropft lassen, bzw. selten nach ein paar Jahren wieder bewurzeln ...? Warum ...?
Denn ab einer gewissen Größe würde ich eigentlich gerne wieder wurzelechte Pflanzen haben wollen ...

Gruß,
Ingrid

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Re: Kakteen und Sukkulenten propfen

Beitrag von poldi » 25. Januar 2009, 16:22

Ich würde es mal so sagen : geht es mir um schnelles Wachstum so pfropfe ich auf Selenicereus oder Pereskiopsis. Das sind aber keine Dauerunterlagen. Wähle ich andere Unterlagen, so geht es mir um eine stabile, unempfindliche Unterlage und ich muss nicht neu bewurzeln - mit dem Nachteil dass einer Pflanze z.B. die Rübe fehlt - was aber außer mir selbst keiner weiß.
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