Mediolobivia neopygmaea

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Mediolobivia neopygmaea

Beitrag von WucBinder » 15. März 2012, 18:39

Hallo zusammen,

vielleicht kann mir jemand erklären, warum E. F. Anderson die Mediolobivia neopygmaea (Rebutia euanthema fa. neopygmaea) unter Rebutia einsteinii aufführt.
O.Šída teilt sie eindeutig der Gattung Rebutia pygmaea zu.

Rebutia pygmaea (Fries) Br. & R. 1922 var. pygmaea

Synonyma:
Echinopsis pygmaea Fries 1905
Lobivia pygmaea (Fries) Backeb. 1935
Mediolobivia pygmaea (Fries) Krainz 1947
Lobivia digitiformis Backeb. 1935
Digitorebutia digitiformis (Backeb.) Buin. 1940
Mediolobivia digitiformis (Backeb.) Backeb. 1947
Mediolobivia haagei var. digitiformis (Backeb.) Don. 1954
Mediolobivia pectinata var. digitiformis (Backeb.) Backeb. 1959
Lobivia neopygmaea Backeb. 1956
Rebutia euanthema f. neopygmaea (Backeb.) Don. 1954

Wer hat denn da nun recht? Die Zuteilung von O.Šída erscheint mir da schon logischer.
Viele Grüße

Wolfgang
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Re: Mediolobivia neopygmaea

Beitrag von Jiri Kolarik » 16. März 2012, 12:21

Die Antwort erscheint mir relativ einfach zu sein... O.Šída ist ein Praktiker...dagegen Anderson ein Theoretiker :wink:

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Re: Mediolobivia neopygmaea

Beitrag von WucBinder » 16. März 2012, 14:46

Hallo Jiri,

ich gebe Dir ja recht, in diesem Fall glaube ich dem Praktiker. Aber an was soll man denn sich halten, wenn wir einerseits hier in unserem Kakteenlexikon die Zuordnung und Nomenklatur von E. F. Anderson verwenden, sich anderseits nach intensiverer Beschäftigung mit einem Thema wie z.B. Rebutia einsteinii solche Diskrepanzen auftun. Wie soll man da eine vernünftige Abhandlung über so ein Thema schreiben können.

Viele Grüße

Wolfgang
Viele Grüße

Wolfgang
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Re: Mediolobivia neopygmaea

Beitrag von nobby » 16. März 2012, 15:41

Hallo Wolfgang,

das Problem liegt nicht an der unterschiedlichen Nomenklatur sondern bei uns.
Wir wünschen uns eine endgültige Systematik, die es bei lebenden Objekten nun einmal nicht gibt.
Es gibt nur gültige Beschreibungen und ungültige Beschreibungen.
Jeder, der über ein solches Thema schreibt hat das Recht, seine Sicht der Dinge zu äußern, wenn er vorgeschriebene Formalien einhält (z.B. Autorenangabe).
Eigentlich wunderbar, dass es eine solche Freiheit gibt!
Wir müssen nur die Toleranz aufbringen, die man benötigt, um mit dieser Freiheit zu leben.

Schön, wenn in der Botanik die Pflanze wichtiger ist als das Schildchen.

Herzliche Grüße
Nobby

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Re: Mediolobivia neopygmaea

Beitrag von Jiri Kolarik » 16. März 2012, 16:43

Hallo Wolfgang...leider können wenige tschechisch...O.Šída und andere (V.Šeda,J.Odehnal,...) publizieren in beiden Tschecho-Slowakischen Zeitschriften relativ umfangreiche Artikel über diese ganze Gruppe (Rebutia-Mediolobivia-Aylostera-Sulcorebutia), wo sie schon ihre Meinungen äussern. Fast alle reisen auch auf die Standorte (ab 1990...) . Ich finde die Beobachtungen in der Natur sehr wichtig, was die Ökologie der Standorte betrifft....aber - nicht minder wichtig ist, die Pflanzen aus Samen zu vermähren...d.h. wieder - Blüten, Fruchte, Samen, Sämlinge...beobachten...und dabei NACHDENKEN, wie es sein konnte...und weiter ist es, wie Nobby schreibt...

Nobby - bisher konnte ich oft beobachten, dass den Botanikern eher das Schildchen (bzw. eigener Name hinter dem Pflanzennamen) wesentlich wichtiger ist! Ja, mit den Publikationen gibt es wichtige Grant-Punkte (= Geld für eigene Existenz) ....ja, Polemik...Und - habe ich gehört, dass z.B. in KuaS das Thema/Artikel mit dem Namen NOTOCACTUS nicht erscheint...sondern - es ist eine Parodia...jaaa, die Freiheit...sicher, hier auf dem Net dürfen wir schreiben (fast), was wir wollen (= wie lange noch?).

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Re: Mediolobivia neopygmaea

Beitrag von nobby » 16. März 2012, 19:48

Hallo,
Und - habe ich gehört, dass z.B. in KuaS das Thema/Artikel mit dem Namen NOTOCACTUS nicht erscheint...sondern - es ist eine Parodia...
Ich habe es noch nicht probiert (bin bei diesen Pflanzen einfach nicht gut genug), bin mir aber sicher, dass es auch eine Frage der Formulierung ist.
Ich kenne ja die Redaktion ganz gut und kann bestätigen, dass man dort sehr gründlich und genau - aber nicht sturr ist!

Herzliche Grüße
Nobby

PS: Ich kenne das kaktusy special 2/2011 und bin richtig begeistert! Sollte man haben, wenn man sich für diese Pflanzen interessiert.

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Re: Mediolobivia neopygmaea

Beitrag von CABAC » 17. März 2012, 10:35

Hallo zusammen und besonders Jiri,

das gute an Foren ist ja, dass man völlig frei diskutieren kann. Polemisiert man oder weicht man in seiner Meinung von der geltenden Nomenklatur ab, hat Schreiberline oder Schreiberling eben da eine oder andere Problem. Maulkörbe für Forenschreiber wird es wohl Gott sei Dank nicht geben.

Ich habe den ganz festen Eindruck, dass sich Wissenschaft nur sich selber dient. Egal ob mittels DNA-Analyse oder die jahrelange Felderfahrung von Laien wissentlich unterschlagen bzw klein gemacht, der Fachbotaniker ist immer der Gewinner und wenn er den größten Blödsinn verzapft hat.

Um so mehr begrüße ich es, dass sich immer wieder Laien daran begeben und unpopulär Themsen aufgreifen. Mediolobivia ist mir an vielen Stellen auf den Reisen begegnet. Und die Frage, ob denn nun alles gut unter der Nomenklatur Mediolobivia pygmaea gut untergebracht ist, stelle ich mir jedesmal neu. "Neopygmaea" klingt ja ganz gut. Aber vielleicht kommen ja die Leute von der SSK bald mal zu einem guten Ergebnis.

Die bisher gezeigte Handlungsweise "Friss Vogel oder stirb!" wird von vielen Liebhabern und Hobbykakteenforschern einfach nicht akzetiert. Und egal ob geduldet oder verhöhnt, die Wissenschaft stört es nicht. Solange es noch Themen für Doktorarbeiten dabei herausspringen wird die brotlose Kunst fröhliche Urständ feiern...

...in diesem Sinne schönes Wochenende

Euer
CABAC
Es gibt nur einen Grund, warum es sich lohnt alt zu werden: Die Verwirklichung der Kindheitsträume!

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Re: Mediolobivia neopygmaea

Beitrag von WucBinder » 17. März 2012, 11:12

Hallo zusammen,

wegen den Ungereimtheiten der Zuordnung von Mediolobivia pygmaea habe ich mal bei einem renomierten Kakteenfachmann nachgefragt. Er kann die Zuordnung von Anderson zu Rebutia einsteinii auch nicht nachvollziehen.
Er sagt: "es gibt jedoch so viele Ungereimtheiten bei über 20.000 veröffentichten Namen allein bei den Kakteen, von denen heute nicht mal mehr 2000 von den Botanikern anerkannt werden, so daß es für ihn zu aufwendig ist, sich ständig an Diskussionen über Nomenklatur, richtige und falsche Namen zu beteiligen.

Es ist eben so, wie Nobby schon sagte, man muß mit diesen Ungereimtheiten halt leben.

Viele Grüße an alle

Wolfgang
Viele Grüße

Wolfgang
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